Der Steuertip der Verdener Aller Zeitung

Alle Steuertipps vom Steuerberater Thomas Bartling, die in einem zweiwöchentlich
Rhythmus in der Verdener Aller Zeitung veröffentlicht werden.


  • Pauschalsteuer für Geschenke


    Macht ein Unternehmer seinen Geschäftsfreunden Geschenke und übernimmt er für sie deren Steuer pauschal in Höhe von 30%, so ist die von ihm gezahlte Pauschalsteuer nicht als Betriebsausgabe abziehbar, wenn entweder das Geschenk mehr als 35 € wert ist oder wenn es zusammen mit der Pauschalsteuer den Betrag von 35 € überschreitet. Geschenke an Geschäftsfreunde sind in der Regel nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten pro Empfänger und Jahr mehr als 35 € betragen.

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  • Steuerliche Neuregelungen ab 1.1.2018


    Der Gesetzgeber hat im Juni 2017 das „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ sowie das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften verabschiedet. Nachfolgend die wichtigsten Neuregelungen: Neben der Abziehbarkeit von Aufwendungen für Rechte und Lizenzen sowie der Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen betrifft es auch einen Bereich, der für viele Unternehmen Bedeutung hat, nämlich die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG).

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  • Neue Rechtsprechung zum Arbeitszimmer


    Zu Beginn dieses Jahres entschied der Bundesfinanzhof (BFH), wie die Arbeitszimmerkosten bei einem Zimmer und mehreren Nutzern anzusetzen sind. Der BFH urteilte, dass jeder Nutzer hat einen eigenen Anspruch auf den Höchstbetrag hat. Aktuell mussten die BFH-Richter nun in dem Fall entscheiden, wie bei einem Nutzer und mehreren Arbeitszimmern zu verfahren ist. In dem vorliegenden Fall wohnte der Kläger in Essen und unterhielt einen zweiten Wohnsitz in Osnabrück. Mit der Durchführung von Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen erzielte er Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit.

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  • Arbeitgeberzuschüsse zu einer privaten Zusatz-KV als Sachlohn?


    Für eine Reihe von Sachbezügen durch den Arbeitgeber kann die Steuerfreiheit beansprucht werden, soweit der monatliche Vorteil nicht mehr als 44 Euro beträgt. Klassischer Anwendungsfall in der Praxis sind Benzin- oder Warengutscheine, die bei Dritten (z.B. Tankstelle) einzulösen sind. Da es sich um eine Freigrenze handelt, geht die Steuerfreiheit aber verloren, sobald der Betrag von 44 Euro überschritten wird, auch wenn es nur wenige Cent sind. Doch wie sieht es bei Zuschüssen aus, die der Firmenchef für eine private Krankenzusatzversicherung seiner Arbeitnehmer leistet.

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  • Das E-Bike als Incentive für Mitarbeiter


    Zunehmend bieten Firmen ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder an – anstatt oder zusätzlich zu einem Firmenwagen. Neben dem Umweltgedanken, der Förderung der Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie der Firmenreputation spielen hierbei auch finanzielle Erwägungen eine Rolle: Einerseits ergeben sich regelmäßig wirtschaftliche Vorteile für die Mitarbeiter, andererseits können auch die Arbeitgeber in den Fällen einer Gehaltsumwandlung Einsparungen bei der Sozialversicherung erzielen. Der Arbeitgeber kann bzw. muss diesen Sachbezug individuell bei der Gehaltsabrechnung versteuern.

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  • Heilberufe und Umsatzsteuer


    Ärzte, Zahnärzte, Psychologen, Heilpraktiker, Hebammen und Physiotherapeuten erbringen grundsätzlich sog. steuerfreie Umsätze im Rahmen des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Voraussetzung für die Steuerbefreiung von Heilbehandlungen (§ 4 Nr. 14 UStG) ist, dass die jeweilige Leistung der Vorbeugung, der Diagnose, der Behandlung und der Heilung von Krankheiten dient. Dabei wurde es seitens der Finanzverwaltung meistens nicht beanstandet, wenn diese Berufsgruppen im Rahmen ihrer steuerlichen Veranlagung und Erfassung keine Umsatzsteuererklärung abgegeben haben.

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  • PV-Anlage: Feststellungserklärung oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung?


    Mit Urteil vom 22.02.2017 hat das Niedersächsische Finanzgericht (FG Niedersachsen) entschieden, dass der Betrieb einer Photovoltaikanlage durch eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) auf dem gemeinsam genutzten Wohnhaus der Gesellschafter (zusammenveranlagte Ehegatten) einen Fall von geringer Bedeutung im Sinne des § 180 der Abgabenordnung (AO) darstellt, sodass eine gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage nicht erforderlich ist. Hintergrund: Nach § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst.

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  • Archivierung elektronischer Kontoauszüge


    Als Alternative zum Papierauszug gewinnt der elektronische Kontoauszug mehr und mehr an Bedeutung zumal Online-Banking auch zukünftig eine große Bedeutung haben wird. Die Kontoauszüge werden von den Banken zunehmend nur noch elek­tronisch bzw. in digitaler Form versendet. Teilweise handelt es sich dabei um Bild­dateien (z.B. tif-/pdf-Format), teilweise aber auch um maschinell auswertbare Daten (z. B. csv-Datei).

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  • Einkünfteerzielungsabsicht bei langjährigem Leerstand einer Wohnung


    Kann ein Immobilieneigentümer eine in seinem Eigentum stehende Wohnung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen dauerhaft nicht in einen betriebsbereiten Zustand versetzen und vermieten, kann die Finanzverwaltung vom Fehlen der sog. Einkünfteerzielungsabsicht ausgehen. So hat der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil entschieden. Der Kläger in dem entschiedenen Verfahren erwarb 1993 eine Eigentumswohnung. Das gesamte Gebäude befand sich aufgrund eines Sanierungsstaus bereits seit 1993 in einem völlig desolaten und maroden Zustand.

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  • Firmenwagenbesteuerung. Individuelle Zuzahlungen mindern den geldwerten Vorteil


    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat kürzlich in zwei Fällen entschieden, dass Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen des Arbeitnehmers für die außerdienstliche Nutzung eines betrieblichen Kfz den geldwerten Vorteil aus der Nutzungsüberlassung mindern. Damit sind nunmehr auch einzelne (individuelle) Kosten des Arbeitnehmers als Minderung des geldwerten Vorteils zu berücksichtigen. Bislang war der BFH davon ausgegangen, dass vom Arbeitnehmer selbst getragene individuelle Kfz-Kosten nicht steuerlich berücksichtigt werden können, wenn der Nutzungsvorteil pauschal nach der sog.

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  • Außergewöhnliche Belastungen: Geänderte Berechnung


    Gute Nachrichten für Steuerzahler: Krankheitskosten oder andere Gesundheitskosten wirken sich künftig stärker steuerlich aus, d.h. künftig können mehr Ausgaben als bisher geltend gemacht werden. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem aktuell veröffentlichten Urteil vom 19.01.2017 (Az. VI R 75/14) seine Rechtsprechung zur Ermittlung der sog. zumutbaren Belastung fortentwickelt. Zwar gilt für den Ansatz entsprechender Kosten weiterhin die sog. zumutbare Eigenbelastung für die Steuerpflichtigen.

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  • Veräußerungsgewinnbesteuerung bei Zweit-/Ferienwohnungen


    Sofern eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren er­worben und wieder verkauft wird, ist ein eventueller Gewinn aus der Veräußerung einkommensteuer­pflichtig (sog. Spekulationsfrist). Das Gesetz in § 23 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sieht aber zwei wichtige Ausnahmen für eine Besteuerung vor. Danach entsteht keine Einkommensteuerlast, wenn das Objekt im Zeit­raum zwischen Anschaffung/Fertigstellung und Veräuße­rung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken ge­nutzt wurde.

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  • Einspruch: Der richtige Adressat!


    Ein Fall aus der Praxis: Kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist entdeckt Heinz Müller einen dicken Fehler in seinem Steuerbescheid. Voller Wut schreibt er einen Einspruch, adressiert ihn (um mehr Eindruck zu machen) persönlich an Herrn Vorsteher Mayer und versendet ihn per Fax. Vorerst beruhigt wartet er auf einen korrigierten Steuerbescheid. Doch kurze Zeit später antwortet das Finanzamt, der Einspruch sei wegen Fristversäumnis unzulässig. Das Schreiben sei zunächst in die Privatsphäre des Finanzamt-Vorstehers gelangt und habe diese zu spät verlassen. Haben die Beamten Recht?

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