Abschreibung bei mittelbarer Grundstücksschenkung


Zur Reduzierung der Schenkungsteuer kann man bei Übertragung einer Immobilie den Weg der sog. mittelbaren Grundstücksschenkung wählen. Der Steuerpflichtige erhält eine Geldzuwendung, die mit der strikten Auflage verbunden ist, mit diesem Geld eine genau bestimmte Immobilie zu erwerben. Deren steuerlicher Wert, der unter Zugrundelegung des Ertragswert-, Vergleichswert- oder Sachwertverfahrens zu ermitteln ist, ist dann die Bemessungsgrundlage für die Schenkungsteuer. Dieser sog. Grundbesitzwert ist erfahrungsgemäß niedriger als der Nennbetrag des Geldes, so dass eine geringere Schenkungsteuer als bei der Schenkung von Geld entsteht. Was gilt aber für die Bemessungsgrundlage der Abschreibung auf das Gebäude? Der Fall: Die Klägerin erwarb 2011 eine Eigentumswohnung einschließlich Tiefgaragenstellplatz sowie Inventar. Im zeitlichen Zusammenhang mit dem Erwerb der Eigentumswohnung erhielt die Klägerin schenkweise Geldbeträge von ihren Eltern zugewandt. Die Schenkungen standen unter der Auflage, dass die Geldbeträge ausschließlich dem Erwerb, der Renovierung und der Modernisierung der Eigentumswohnung zu dienen bestimmt waren. Gegenstand der Schenkungen war demnach nicht der zugewendete Geldbetrag, sondern die Eigentumswohnung. Die Klägerin nutzte die erworbene Eigentumswohnung im Streitjahr 2011 zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Im Rahmen ihrer Überschussermittlung setzte die Klägerin Abschreibungen für das Gebäude und für das erworbene bewegliche Inventar als Werbungskosten an. Das Finanzamt berücksichtigte die geltend gemachte AfA nicht, da die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung um die im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit dem Erwerb der Wohnung geschenkten Geldbeträge zu kürzen sei. Das Finanzgericht gab der hiergegen gerichteten Klage der Klägerin statt. Der Bundesfinanzhof folgte dem und führte anschließend in der nächsten Instanz in seinem Urteil weiter aus, dass die Klägerin die geltend gemachte Abschreibung sowohl für das Gebäude als auch für das erworbene bewegliche Inventar im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung geltend machen kann. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise trägt der Schenker nicht nur bei der unmittelbaren, sondern auch bei der mittelbaren Grundstücksschenkung die Anschaffungskosten des Grundstücks als derjenige, für dessen Rechnung das Grundstück auf den Beschenkten übertragen wird. Wird dem Steuerpflichtigen eine der Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung dienende Eigentumswohnung (einschließlich Inventar) im Wege der mittelbaren Grundstücksschenkung zugewendet, kann er also demzufolge Abschreibungen auf die vom Schenker getragenen Anschaffungskosten vornehmen.