Das E-Bike als Incentive für Mitarbeiter


Zunehmend bieten Firmen ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder an – anstatt oder zusätzlich zu einem Firmenwagen. Neben dem Umweltgedanken, der Förderung der Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie der Firmenreputation spielen hierbei auch finanzielle Erwägungen eine Rolle: Einerseits ergeben sich regelmäßig wirtschaftliche Vorteile für die Mitarbeiter, andererseits können auch die Arbeitgeber in den Fällen einer Gehaltsumwandlung Einsparungen bei der Sozialversicherung erzielen. Der Arbeitgeber kann bzw. muss diesen Sachbezug individuell bei der Gehaltsabrechnung versteuern. Das E-Bike verbleibt im Eigentum des Arbeitgebers. Sofern das Elektrofahrrad als Kraftfahrzeug einzustufen ist, sind die einschlägigen steuerlichen Regelungen für eine Kfz-Überlassung anzuwenden: Der Arbeitgeber muss als geldwerten Vorteil für die Privatnutzung monatlich 1% des auf volle 100€ abgerundeten Bruttolistenpreises (= unverbindliche Preisempfehlung UVP) und zusätzlich 0,03% je Entfernungskilometer für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ansetzen. Beispiel: Ein Arbeitgeber erwirbt ein zulassungsrechtlich (§ 1 Abs. 3 StVG) als Kraftfahrzeug eingestuftes E-Bike zum Preis von 3.200€; die UVP beträgt 3.325€. Er überlässt das E-Bike dem Mitarbeiter C sowohl für dienstliche als auch für private Zwecke. Die Entfernung zwischen Wohnung und Betrieb beträgt 10km. Auf der Ebene des Arbeitgebers ergeben sich für die Lohnabrechnung die üblichen lohnsteuerlichen Konsequenzen der 1%-Regelung: Der Vorteil aus den Privatfahrten beträgt danach 33€ pro Monat (1% der abgerundeten UVP von 3.325€). Zusätzlich ergibt sich ein Vorteil aus der Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb in Höhe von 10€ pro Monat (3.300€ x 0,03% x 10km). Dem Mitarbeiter bleiben zunächst die nicht unerheblichen Anschaffungskosten des Elektrofahrrads erspart, für ihn entsteht also ein Liquiditätsvorteil. Daneben entfallen etwaige Kosten für den öffentlichen Personennahverkehr für die Wege zur Arbeit. Als Werbungskosten kann der Mitarbeiter B hinsichtlich der Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb je Arbeitstag 3,00€ (10km x 0,30€) geltend machen. Die Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist unabhängig von der Art des genutzten Verkehrsmittels anwendbar. Für die Steuerbelastung aus der Privatnutzung gilt: Sofern die weiteren Werbungskosten des Mitarbeiters bereits die Größenordnung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von derzeit 1.000€ erreichen, ergibt sich aus der Privatnutzung letztlich keine Steuerbelastung, da die zusätzlichen Werbungskosten für 20 Arbeitstage x 3,00€ = 60€ monatlich höher sind als der geldwerte Vorteil von 43€ (33€ + 10€). In der Praxis sind derzeit am häufigsten Leasinggestaltungen im Rahmen von E-Bike-Überlassungen an Mitarbeiter anzutreffen. Der Arbeitgeber erspart sich die entsprechenden Anschaffungskosten, die Steuerersparnis im Rahmen der Gehaltsumwandlung erfolgt genauso wie beschrieben. Am Ende der Leasingzeit kann der Arbeitnehmer in der Regel das E-Bike erwerben. Hier sollte man darauf achten, dass dies zum Marktpreis geschieht.