Einkommensteuer: Gewinne aus dem Verkauf von Champions-League-Finaltickets


Die WM 2018 ist gerade vorbei und das Thema Verkauf von Eintrittskarten bei Großereignissen ist aktueller denn je. Das Finanzgericht Baden-Württemberg (FG) hat vor kurzem über die Besteuerung eines Veräußerungsgewinnes durch den Verkauf von Champions-League-Finaltickets im Streitjahr 2015 zu entscheiden. Nach § 23 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der für das Streitjahr geltenden Fassung unterliegen private Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern (als Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten) als sonstige Einkünfte der Besteuerung, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt und es sich nicht um Gegenstände des täglichen Gebrauchs handelt. Ein Fan des FC Bayern München hatte gehofft im Champions-League-Finale 2015 seinen Verein im Finale zu sehen. Hierfür erwarb er zwei Tickets für 330 Euro. Nach dem Ausscheiden des FCB im Halbfinale gegen den FC Barcelona jedoch, verkaufte er die Tickets über eine Internetplattform für insgesamt 2.907 Euro. Er deklarierte Kauf und Verkauf in seiner Steuererklärung in der Anlage SO, gab den Gewinn jedoch mit 0 Euro an. Die Finanzverwaltung wollte jedoch auf den Gewinn von 2.577 Euro Steuern erheben. Dagegen klagte der Fan und der Fall landete vor dem FG. Die Richter des FG urteilten, dass es sich bei den Champions-League-Finalkarten bei verfassungskonformer Auslegung zwar um Wertpapiere handelt, die allerdings seit dem Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 nicht (mehr) dem Anwendungsbereich des § 23 EStG unterfallen und deren Veräußerung damit keinen steuerbaren Vorgang darstellt. Die Besteuerung von Wertpapieren ist seitdem abschließend in § 20 EStG geregelt und fällt somit aus dem Anwendungsbereich des § 23 EStG heraus. Auch existieren keine Mechanismen, die eine Besteuerung entsprechender Veräußerungsgewinne hinreichend sicherstellen könnten. Kauf und Verkauf laufen in der Regel anonymisiert ab, d.h. jedenfalls die von den Klägern gewählte Online-Ticketbörse gibt keinerlei Informationen über Käufer oder Verkäufer bekannt. Die Ermittlung bislang nicht entdeckter Steuerfälle gestaltet sich damit schwierig bis unmöglich. Insbesondere handelt es sich bei einer Eintrittskarte nicht um eine Kapitalforderung, da der Anspruch auf den Zutritt zu einer Veranstaltung gerichtet ist. Wegen grundsätzlicher Bedeutung wurde allerdings die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Vergleichbare Fälle sollten unter Verweis auf das anhängige Verfahren offen gehalten werden.