Interessantes Urteil zur Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen


Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen im Haushalt des Steuerpflichtigen wird auch dann gewährt, wenn eine Reparatur nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen erfolgt, sondern der Haushaltsgegenstand vom Handwerker mitgenommen und in seiner Werkstatt repariert wird. Dies hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) in einem aktuellen Urteil entschieden. Für Handwerkerleistungen wegen Renovierung, Instandhaltung oder Modernisierung im Haushalt des Steuerpflichtigen wird eine Steuerermäßigung von 20% auf den in der Rechnung ausgewiesenen Lohnkostenanteil gewährt, höchstens aber 1.200 Euro. Dieser Ermäßigungsbetrag wird im Rahmen der Veranlagung unmittelbar von der entstandenen Steuer abgezogen. Im Streitfall ließ die Klägerin ihr Hoftor durch einen Tischler reparieren. Der Tischler hatte das Hoftor ausgebaut, in seiner Werkstatt repariert und anschließend wieder im Hof der Klägerin eingebaut. Sein Lohnkostenanteil für die Reparatur betrug rund 1.000 Euro. Die Klägerin machte 20% als Steuerermäßigung geltend. Das Finanzamt erkannte die Steuerermäßigung nicht an, weil die Reparatur nicht im Haushalt der Klägerin, sondern in der Werkstatt des Tischlers erfolgt war. Die Richter des FG gaben der Klage hiergegen allerdings statt. Sie führten aus, dass die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen für Renovierungsarbeiten, Erhaltungs- und Modernisierungs-maßnahmen im Haushalt des Steuerpflichtigen gewährt wird. Der Begriff des Haushalts ist dabei nicht auf die Wohnung beschränkt, sondern räumlich-funktional zu verstehen. Daher gehört auch das gesamte Grundstück wie z.B. der Garten oder der Hof dazu. Damit ist die Reparatur eines Hoftores grundsätzlich begünstigt. Unschädlich ist nach Ansicht der Richter, dass die Reparatur nicht auf dem Grundstück der Klägerin erfolgt ist, sondern in der Werkstatt des Tischlers durchgeführt worden ist. Denn es genügt, dass der Leistungserfolg in der Wohnung bzw. auf dem Grundstück des Steuerpflichtigen eintritt. Daher darf der defekte Gegenstand vom Handwerker mitgenommen und repariert werden. Das FG widerspricht hiermit der Auffassung der Finanzverwaltung, die nur solche Reparaturen steuerlich anerkennt, die vor Ort im Haushalt des Steuerpflichtigen durchgeführt werden. Die Revision gegen die Entscheidung ist beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig, betroffene Fälle sollten unter Verweis auf das FG-Urteil offen gehalten werden.