Lohnsteuer-Anrufungsauskunft


Gerade auch im Rahmen der Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen im Unternehmen kann es sich empfehlen, die gewünschten Gestaltungen durch eine sog. Anrufungsauskunft beim Finanzamt lohnsteuerlich absichern zu lassen. Eine fehlerhafte Sachverhaltswürdigung in Form eines falschen oder unterlassenen Lohnsteuerabzugs kann dabei nämlich für Arbeitgeber sehr teuer werden. Eine Haftungsfalle kann drohen. Die Finanzämter bieten deshalb eine kostenlose Anrufungsauskunft an. Deren zentraler Vorteil besteht darin, dass das Finanzamt an seine Aussagen gebunden ist, so dass der Arbeitgeber später nicht belangt werden kann, wenn er der Auskunft entsprechend vorgeht und keine Lohnsteuer einbehält. Das gilt sogar dann, wenn die Auskunft unrichtig war. Allerdings gilt die Bindungswirkung nur für den Arbeitgeber, das Finanzamt des Arbeitnehmers kann davon abweichen und anders entscheiden. Eine Anrufungsauskunft können nicht nur Arbeitnehmer einholen, sondern auch Arbeitnehmer oder Dritte, die Arbeitgeberpflichten erfüllen oder für eine Lohnsteuerhaftung in Betracht kommen (z.B. gesetzliche Vertreter). Die Bindungswirkung der Anrufungsauskunft erstreckt sich auf das gesamte Lohnsteuerabzugsverfahren, so dass der Arbeitgeber auch nicht über eine Lohnsteuerpauschalierung zur Steuerzahlung herangezogen werden kann. Die Anrufungsauskunft kann allerdings befristet und mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben oder geändert werden. Antragsteller haben ein Recht darauf, dass das Finanzamt ihren Antrag auf Anrufungsauskunft bearbeitet. Per Einspruch oder Klage können sie zudem eine inhaltliche Überprüfung der ihnen erteilten Auskunft erreichen. Eine Anrufungsauskunft entfaltet allerdings nur dann die gewünschte Bindungswirkung, wenn der vorgetragene Sachverhalt dem später umgesetzten auch entspricht. Der Arbeitgeber kann die Auskunft grundsätzlich formlos beantragen, einer schriftlichen Formulierung des zu prüfenden Sachverhaltes sollte allerdings der Vorrang gegeben werden.